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Brachland
nach der Expo
Bieler Tagblatt vom 6.08.2005, von Hedwig
Schaffer
Radiomacher sind im Seeland auf Reportage. Und waren schockiert
beim Anblick des ehemaligen Expo-Geländes.
Eine Equipe des Schweizer Radios DRS 1 sendete am Mittwoch und Donnerstag
Live-Interviews aus unserer Region. Am Mittwoch war der brandneue Reportagewagen
am Ufer der Bielerseebucht stationiert. Als Redaktorin war Daniela Huwyler
im Einsatz. Sie hatte während der Expo.02 begeistert über die
Arteplage Biel rapportiert. Nun nahm sie den Bieler Stadtpräsidenten
in die Zange.
Massive Vorwürfe
Drei Jahre nach dem Mega-Event sah sie sich auf dem ehemaligen Gelände
der Landesausstellung mit Betonwüsten und Brachen konfrontiert: Animation
weg, Ambiance weg, Faszination und Publikum weg. Huwyler war schockiert
und sprach vielen Bielern und ehemaligen Ausstellungsbesuchern aus dem
Herzen.
«Schläft Biel eigentlich?», wollte die Moderatorin vom
sich vehement wehrenden Hans Stöckli wissen: «Hier sieht es
ja trostlos aus. In welchen Dimensionen denken und planen Sie - in Jahrzehnten?»
Kritiker aus unserer Region hätten am nach der Ausstrahlung geführten
Disput Freude gehabt. Die Radiofrau vermisste auch den angestrebten, gemeinsamen
Auftritt der Expo.02-Regionen, einen umfassenden Reiseführer und
informatives Prospektmaterial. Vorwürfe, die Stöckli mit dem
Hinweis zurückwies, das Projekt Dreiseenland befinde sich im Aufbau,
touristisches Material sei reichlich vorhanden und am 1. Juli sei die
von Schweiz Tourismus gelobte Homepage Dreiseenland aufgeschaltet worden.
Das vor diesem Streitgespräch ausgestrahlte Interview hatte nur viereinhalb
Minuten gedauert. Was der Stapi in dieser knapp bemessenen Zeit nicht
detailliert aussagen konnte, ergänzte er im Gespräch mit der
BT-Journalistin. Die umstrittene Seeufergestaltung beurteilte er sektorenweise.
«Ich akzeptiere ja, dass die Gestaltung noch nicht dem Ausbaustandard
entspricht, auf den die Bevölkerung Anspruch hat», gab er zu.
Der beim Restaurant Joran aufgeschüttete Bereich müsse sich
erst setzen, bevor er gestaltet werden könne. Dies werde frühestens
2007 möglich sein. Der nördlich der Schüss befindliche
Bereich sei in den ursprünglichen Zustand versetzt worden, was keine
Kritik ausgelöst habe.
Interessantes Potenzial
Umstritten sei die betonierte Hafenländte, bestätigte Stöckli.
Menschenleer und bei Regenwetter sei sie tatsächlich nicht schön,
dafür abends bei voller Beleuchtung und bevölkert top. Und für
die BSG sei sie funktionell. Das auf Nidauer Boden befindliche Brachland
zwischen dem Strandbad und der Dr. Schneiderstrasse beinhalte ein interessantes
Entwicklungspotenzial. Eines Tages werde man gar froh sein, es nicht für
ein Provisorium freigegeben zu haben, das dann vielleicht kaum mehr aufzuheben
wäre.
Am gleichen Sendetag wollte Markus Böni vom Regionaljournal von Tom
Rüfenacht, dem Pächter des «baràplage», und
dem BSG-Geschäftsführer Beat Rüfli wissen, ob die Expo.02
spürbar mehr Gäste und Passagiere generiert habe. Beide zogen
- ohne Zahlen zu nennen - eine positive Bilanz und lancierten einen Werbespot.
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